Spa-Francorchamps und die Suzuki RG500 – die Geschwindigkeitsverbindung

In das Jahr 2014 fällt auch der 40. Jahrestag einer der profiliertesten Motorräder der Renngeschichte,der Suzuki RG500 - und welche Veranstaltung wäre geeigneter als "Bikers’ Classics" in Spa-Francorchamps, dieses Ereignis zu feiern!

Der Grosse Preis von Belgien 1977 ging in die Geschichte ein als der schnellste Grand Prix aller Zeiten, vor allem dank Barry Sheene. Aber auch ein anderer Fahrer war daran beteiligt, Philippe Coulon, der damals mit 3.50,9 Minuten = 220,147 km/h. die schnellste Trainingszeit, die jemals in einem Grand Prix gefahren wurde, erzielte. Und er ist einer von vielen RG 500-Fahrern, die vom 4.-6. Juli nach Spa zurückkommen werden.

Das 14,1 km lange Circuit von Spa-Francorchamps war schon seit 1956 die schnellste Strecke im Grand-Prix-Kalender gewesen, aber 1977 wurden neue Maßstäbe gesetzt.  Bereits ein Jahr vorher wurden alle zehn Punkteränge in den Ardennen von Suzuki-Fahrern belegt, wobei  die drei RG-Piloten John Williams, Barry Sheene und Marcel Ankoné deren Leistungsvermögen besonders eindrucksvoll demonstrierten und die Podiumsplätze eroberten. Ende 1976 wurde Barry Sheene Suzukis erster Halbliter-Weltmeister. 1977 kam der Titelverteidiger als Führender des WM-Klassements nach Belgien, und der populäre Brite holte nach, was ihm ein Jahr vorher nicht  gelungen war - er gewann. Die zehn Punkteränge wurden wieder von Suzuki-RG-Fahrern dominiert, lediglich die Yamaha-Piloten Steve Baker als Zweiter und Giacomo Agostini als Achter verhinderten den erneuten absoluten Triumpf. "Pole-Setter" Coulon legte im Training eine sensationelle Runde von 3.50,9 min = 220,147 km/h zurück - es sollte die einzige Traingsbestzeit seiner Karriere  in einem Grand Prix bleiben.

REKORD-BRECHER
Am Renntag war dann das gesamte Feld Barry Sheene nicht gewachsen, auch Philippe Coulon nicht. Startend von Position 2 des Feldes bewies Barry in dem 10-Runden-Rennen, dass er noch einige "Asse im Ärmel" hatte. Der Heron-Suzuki-Pilot fuhr auf seiner RG 500 zu einem soliden Sieg - seinem fünften in der Saison und zweiten in Spa, nach dem 125 ccm-Sieg von 1971. Yamahas Besten und Zweitplatzierten in diesem Rennen, Steve Baker, liess er im Ziel um 11,3 Sekunden hinter sich. Sheenes Geschwindigkeit war phänomenal; die durchschnittliche Geschwindigkeit für das gesamte Rennen war 217,370 km/h., und die schnellste 14,1-km-Runde absolvierte er in  unglaublichen 3.50,3 Minuten = 220,721 km/h. Dieser wie auch Philippe Coulons Trainingsrekord wurde seither nirgendwo gebrochen.

Philippe Coulon wurde Sechster vor dem ebenfalls eine RG 500 fahrenden Holländer Wil Hartog. Im Laufe der Jahre wurden beide gern gesehene Stammgäste bei "Bikers Classics". Auch 2014 werden sie wieder in die Ardennen kommen. Der bekannte britische Suzuki-Sammler Steve Wheatman wird für beide Fahrer wiederum je eine Maschine zur Verfügung stellen. Coulon pilotiert eine 1986er RG 500 MK10, und Hartog - Sieger des GP von Belgien 1978 - eine MK5 aus dem Jahre 1980.

Foto: Target Press